Lebendige Gemeinschaft

mit bewegter Geschichte

Vor fast 100 Jahren ging die WOGEDO aus dem Arbeiter-Bauverein Freiheit hervor. Gegründet von 152 Arbeitern, stieg die Anzahl der Mitglieder von Jahr zu Jahr. Seitdem ist viel passiert: Aktuell zählt die WOGEDO rund 10.500 Mitglieder.

Seit 2010 Zukunftsfähigkeit

Bezahlbare Wohnungen für Düsseldorf

 

Seit 2010 liegt der Fokus konsequent auf Bestandsersatzprojekten und zielgerichteten Modernisierungen, um attraktive, bezahlbare sowie zukunftsfähige Wohnungen in Düsseldorf zu schaffen. Auch das Neubauprojekt „Schlösser-Areal“ trägt dazu eine wichtige Rolle bei. Die WOGEDO ist bereit für die nächsten 100 Jahre Genossenschaft.

 

1990er/2000er

Neue Zeiten, neue Wohnkonzepte

 

Aus der Wohnungsgenossenschaft Düsseldorf-Ost eG wurde kurz und bündig die WOGEDO. In den 90er-Jahren passte die Genossenschaft ihr Angebot an die veränderten Wohnbedürfnisse ihrer Mitglieder an. Ein gutes Beispiel: das Projekt „Wohnen mit Kindern“ mit integrierter Kindertagesstätte in der Otto-Petersen-Straße. Das außergewöhnliche Wohnkonzept ermöglicht ein kinder- und familienfreundliches Wohn- und Lebensumfeld. Ein riesiger Gemeinschaftsgarten bildet das Herzstück, welcher vonden Bewohnern gepflegt wird. Hier wurde eine Gemeinschaft geschaffen, die in ständiger Kommunikation miteinander lebt und sich gegenseitig unterstützt und entlastet – gelebte Genossenschaft eben. Städtebaulich wertvolle Wohnanlagen – beispielsweise die denkmalgeschützten Häuser in der Planeten-, Karolinge rund Merkurstraße – wurden instand gesetzt. Die WOGEDO begann Wohnungen bei Mieterwechseln umfassend zu modernisieren.

 

1970er/1980er

Bedarfsgerechter Wohnungsbau

 

Nachdem sich die Lage am Wohnungsmarkt im Düsseldorfer Raum entspannt hatte und andere Wohnungsunternehmen ihre Bautätigkeit einschränkten, entwickelte die WOGEDO in den 70er- und 80er-Jahren hauptsächlich Wohnangebote für spezielle Zielgruppen wie große Familien, Senioren und Menschen mit Behinderung. Wegweisend in jener Zeit: der frühe Fokus auf den Bau von Seniorenwohnanlagen. Der von den Gründungsgenossenschaften übernommene Hausbesitz wurde umfassend modernisiert. Zudem folgte die Genossenschaft der Tradition ihrer Anfangstage: Es entstanden wieder eine Reihe von Eigenheimsiedlungen.

 

1950er/1960er

Dach über dem Kopf

 

Die Zerstörungen eines Großteils der Düsseldorfer Wohnhäuser im Zweiten Weltkrieg sowie die schlechte Versorgungs- und Wirtschaftslage ließen die Idee des genossenschaftlichen Wohnens nach dem Krieg zu neuer Blüte gelangen. Vorrangiges Ziel: der wachsenden Mitgliederzahl ein erschwingliches „Dach über dem Kopf“ zu bieten. Im Jahre 1952 war abzusehen, dass die Mitgliederzahl aufgrund des hohen Zustroms bereits im Jahr 1953 die 3.000er Marke übersteigen würde. Aufgrund des Genossenschaftsgesetzes wurde die Vertreterversammlung anstelle der Mitgliederversammlung das entscheidende Organ über die Geschicke der Genossenschaft. Die Nachkriegsbauleistung der Genossenschaft beträgt in Summe 3.363 Wohnungen, die bis 1969 errichtet wurden.

 

1930er/1940er

NS-Zeit und Wiederaufbau

 

In den 1930er Jahren entstanden viele Wohnungen im Geschosswohnungsbau. Der jüdische Gründer, Albert Schöndorff, wurde 1938 von der Genossenschaft ausgeschlossen und starb während der Deportation nach Auschwitz. 1942 erfolgte der erzwungene Zusammenschluss mit den drei Genossenschaften „Gemeinnütziger Bauverein für Landhaussiedlungen Düsseldorf-Wersten“, „Gemeinnütziger Bauverein Gartenstadt“ und „Bauhülfe für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene“ zur „Wohnungsgenossenschaft Düsseldorf-Ost eG“. Als aufnehmende Genossenschaft diente der Allgemeine Wohnungsbauverein (ehemals der Arbeiterbauverein „Freiheit“). Sein Gründungsjahr ist Bezugsrahmen für die Festlegung von Jubiläen geworden. Eine große Anzahl überzeugter Genossen bewahrte durch selbstloses Handeln die Genossenschaft vor großen Verlusten, indem sie im Bombenhagel den Kampf gegen Brandbomben erfolgreich bestanden haben. Nach dem Kriegsende waren 73 Wohnungen aus dem Bestand der Wohnungsgenossenschaft nicht mehr vorhanden oder konnten nicht mehr benutzt werden. Totalschaden bestand vor allem in der Gräulinger Straße. Die ausgebombten Genossen halfen bei der Schutträumung, sodass mit dem Wiederaufbau zerstörter Häuser begonnen werden konnte.

 

1919/1920er

Die Gründung

 

152 Arbeiter gründeten am 19. Juli 1919 gemeinsam mit Albert Schöndorff, ihrem Arbeitgeber und Mitinhaber der Firma Geb. Schöndorff, den Arbeiter-Bauverein Freiheit. Zwei Jahre zuvor wurde die Firma von Derendorf nach Lierenfeld verlagert: Fehlende Woh nungen und lange Anfahrtswege zur Arbeitsstätte führten zur Gründung des Bauvereins. In den folgenden Jahren entstanden in der Siedlung Freiheit weitgehend selbsterstellte Eigenheime. Genossenschaftliche Werte waren bereits in den Anfangstagen stark ausgeprägt. So wurde beschlossen, dass die geplanten Siedlungshäuser Genossenschaftseigentum bleiben und nicht als Einzeleigentum an die Mitglieder übertragen werden sollten. Albert Schöndorff unterstützte die Genossenschaft, indem er die ersten Anteile zeichnete und zudem seinen Arbeitnehmern die Zahlung ihrer Genossenschaftsanteile zum Teil vorstreckte. Denn in den Gründungsjahren kostete ein Anteilsschein 500 Mark – der Wochenlohn eines Arbeiters lag damals nur bei 25 bis 30 Mark. Charakteristisch für die Doppelhäuser, den sogenannten „Kottenhäusern“, war, dass sich sowohl Waschküche als auch Stall unter dem weit herabgezogenen Dach des Hauptgebäudes befanden. Im Erdgeschoss lagen Wohnküche und Wohnzimmer, im Ober geschoss zwei Schlafzimmer. Die Wohnungsgröße betrug zu der Zeit 74 Quadratmeter.