Weiter geht’s im „Service Mitgliedschaft“!

01.03.2018

In der Ausbildung durchläuft man ja quasi alle Abteilungen bei der WOGEDO. Heute möchte ich euch gerne über meine Zeit im Bereich "Service Mitgliedschaft" berichten.

 

Dort wurde mir alles Schritt für Schritt erklärt, zum Beispiel wie eine Mitgliedschaft zustande kommt und was unsere weiteren Aufgaben sind, nachdem eine Mitgliedschaft geschlossen wurde. Meistens läuft es so ab, dass sich die Personen bei uns melden und wir dann einen Termin mit ihnen vereinbaren. Dieser Termin dient dazu, den Kunden oder die Kundin über das Genossenschaftsmodell und die Mitgliedschaft bei der WOGEDO zu informieren und bestehende Fragen zu klären. Zusätzlich erhalten sie dann die Beitrittsunterlagen, die ausgefüllt und unterschrieben werden müssen. Sobald dies geschehen ist, sollten die Personen auch die Zahlung für die benötigten Geschäftsanteile veranlassen. Denn erst nach Zahlungseingang und Erhalt der Unterlagen kann eine Mitgliedschaft geschlossen werden. Das neue Mitglied erhält dann eine sogenannte Mitgliedschaftsurkunde mit einer Mitgliedsnummer, unter der sie geführt wird.

 

Zurzeit ist es so, dass wir neue Mitglieder nur noch in einem konkreten Vermietungsfall aufnehmen können. Hintergrund dafür ist, dass wir mittlerweile über 10.000 Mitglieder haben. Das eingezahlte Geld aller Mitglieder können wir aufgrund der Situation in Düsseldorf mit zu teurem Bauland nicht sinnvoll nutzen, also nicht so schnell in neue Wohnhäuser investieren. Anlegen können wir das Geld aber auch nicht, da man am Kapitalmarkt ja mittlerweile keine Zinsen mehr bekommt, sondern sogar "Verwahrgebühr" zahlen muss. Dennoch sind immer mehr Leute an einer WOGEDO-Mitgliedschaft interessiert. Viele schließen diese ab in der Hoffnung zeitnah eine neue Wohnung zu finden. Aufgrund der Wohnungsnot Düsseldorf ist es sehr schwierig bzw. fast unmöglich allen Wohnungssuchenden eine passende Wohnung anzubieten. Und deswegen entschied unser Vorstand dieses Jahr nur noch Mitglieder in einem konkreten Vermietungsfall aufzunehmen. Das bedeutet: Wenn eine Wohnung frei wird, die dann nicht an ein bereits bestehendes Mitglied vermietet werden kann, kann jemand Drittes, der die Wohnung mieten möchte, Mitglied werden.

 

Es geht aber im "Service Mitgliedschaft" nicht nur um die Neuaufnahmen, sondern auch um Kündigungen von Mitgliedschaften. Die meisten Kündigungen, die ich begleitet habe, sind Folge des Versterbens unserer Mitglieder. In den meisten Fällen erhalten wir die Information über das Ableben von den Angehörigen bzw. von den Erben. Es ist aber auch möglich die Anteile auf die Erben zu übertragen, wenn dies gewünscht wird. Dafür wird das alte Mitgliedskonto geschlossen und alle Daten auf eine neue Mitgliedsnummer übertragen. Dieses Verfahren ist aber auch bei einer einfachen Übertragung möglich, wenn ein Mitglied sich also dazu entschließt komplett aus der Genossenschaft auszutreten. Oft entscheiden sich Mitglieder auszutreten, weil sie aus Düsseldorf wegziehen oder in eine andere Wohnung ziehen, die sich nicht in unserem Bestand befindet. Dazu habe ich noch einen Fall im Kopf: Und zwar hatte sich einer unserer Mitglieder dazu entschieden seine Anteile auf seine Kinder zu übertragen, da diese in Zukunft möglicherweise eine eigene Wohnung in Düsseldorf benötigen werden. Er selber hätte durch die Mitgliedschaft keinen Nutzen mehr gehabt, da er seit längerem im Eigenheim wohnt.

 

Habt ihr schon einmal was von einem Ausschluss gehört? Das ist sozusagen der Extrem-Fall einer Kündigung. Bei einem Ausschluss kann unterschieden werden in einen freiwilligen oder unfreiwilligen Ausschluss. Bei einem freiwilligen Ausschluss stimmt das Mitglied zu, dass es aus der Genossenschaft ausgeschlossen wird und das eine erneute Mitgliedschaft nicht mehr möglich ist. Ein Ausschluss ist aber eher selten und kommt vor, wenn ein Mieter länger seine Miete nicht mehr gezahlt hat und diese Rückstände nach mehrmaligem Auffordern nicht beglichen hat oder auch gar nicht begleichen kann. Bei einem unfreiwilligen Ausschluss wird durch die Genossenschaft entschieden, dass ein Mitglied ausgeschlossen wird. Das Mitglied hat in diesem Fall kein Mitspracherecht. Auch eher selten der Fall und kommt vor wenn ein Mitglied sich zum Beispiel satzungswidrig verhalten hat. Hier kann ich euch ebenfalls von einem Fall berichten: Eines unserer Mitglieder hatte sehr hohe Mietrückstände. Nach mehrmaligem Auffordern diese zu begleichen, passierte nichts. Nachdem dann auch noch bekannt wurde, dass dieser unbekannt verzogen sei, entschied der Vorstand diesen auszuschließen. Auffindungsversuche blieben leider erfolglos, sodass eine Mitteilung darüber nicht einmal zugestellt werden konnte.

 

Die Arbeit im Bereich "Service Mitgliedschaft" hat mir sehr gut gefallen. Mir wurde alles mit sehr viel Mühe gezeigt und kleinschrittig erklärt, sodass ich auch eigenständig arbeiten konnte. Darauf wird aber auch sehr viel Wert gelegt. Im Vergleich zu dem was ich von meinen Mitschülern aus der Berufsschule gehört habe, kann ich wirklich sagen, dass es mir hier gut geht als Azubi.

 

Eure Evelyn